„Mensch, wir müssen reden!“ – Mindens Jugend tanzt für eine bessere Zukunft

Minden macht sich bereit für ein Tanzereignis, das unter die Haut gehen soll: Beim neuen Community-Dance-Projekt „Mensch, wir müssen reden!“ wollen rund 130 Schüler*innen aus neun weiterführenden Schulen am 21. und 22. Mai das Stadttheater zum Beben bringen. Zwei Abende, jeweils ab 19 Uhr, an denen junge Menschen mit voller Wucht zeigen wollen, was sie bewegt – und was sich dringend ändern muss. Der Kartenvorverkauf läuft bereits.

In der Pöttcherhalle herrschte Ende April schon Generalproben-Stimmung: erste Kostüme, erste große Emotionen, erste Gänsehautmomente. Unter der Gesamtleitung von Chefchoreograf Miguel-Angel Zermeño wurden die zuvor einzeln einstudierten Szenen zu einem großen Ganzen zusammengesetzt. Und dieses Ganze hat es in sich: Krieg, Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung, Terror – die Themen sind schwer, die Botschaft klar. „Community Dance möchte aufrütteln“, sagt Zermeño. Die Jugendlichen haben zu Beginn Fragebögen ausgefüllt, um zu zeigen, was ihnen unter den Nägeln brennt. Das Ergebnis: Sie wollen etwas verändern – und zwar jetzt.

Auch optisch wird das Stück ein Statement. Was bei der Probe noch wie ein chaotischer Haufen Plastikmüll wirkte, entpuppte sich als clever durchdachte Kostümidee. Nachhaltigkeit spielt erneut eine große Rolle: Designerin Laura Schlütz setzt auf Upcycling – Milchkartons werden zu Zahnrädern, alte Fahrradschläuche zu Jackett-Details, Haushaltsmüll zu Requisiten. Rund 100 Kostüme entstehen so, viele davon gemeinsam mit den Schüler*innen.

Die Liste der beteiligten Schulen ist lang: Waldorfschule, Vincke-Realschule, Kuhlenkampschule, Wichernschule, Luther-Schule, Ratsgymnasium, Sekundarschule Am Wiehen, Herder-Gymnasium und die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule. Sie alle bringen ihre eigenen Stile, Ideen und Energien mit. Zermeño kombiniert sie zu einer Geschichte aus Tanz, Live-Musik, Licht und starken Bildern. Begleitet werden die jungen Tänzer*innen vom Marcus Schinkel Trio, Laura Suad und einem Streichquartett.

Für Zermeño ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Seit 19 Jahren prägt Community Dance die Mindener Kulturszene – und jedes Jahr zeigt sich aufs Neue, wie viel Kraft in jungen Menschen steckt, wenn sie gemeinsam an einer Vision arbeiten. „In Bewegung und Tanz lösen sich Unterschiede auf“, sagt er. „Hier entsteht ein Raum, in dem jede Person in ihrer Einzigartigkeit gestärkt wird.“

Auch die Sparkasse Minden-Lübbecke ist wieder als Partner dabei. „Hier geht es nicht nur um Tanz, sondern um Inklusion, Integration und ein echtes Miteinander“, betont Heinz Steinmeyer.

Die Erwartungen sind hoch – nach der gefeierten Produktion „Arche 2.0“ im Jahr 2024 und weiteren Auftritten im vergangenen Jahr. Jetzt steht wieder eine große Bühne bevor, und die Vorfreude ist riesig. „Das Publikum darf sich auf zwei bewegende Abende freuen, die auch zum Nachdenken anregen“, sagt Kim Brungs vom Kulturbüro.

Karten gibt es beim Express-Ticketservice, an der Abendkasse und online beim Stadttheater Minden.

Foto:  Stadt Minden

 

 

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