Millionen-Offensive trotz leerer Kassen: Minden plant Rekordinvestitionen!
Minden. Die Stadt Minden will im Jahr 2026 satte 55,4 Millionen Euro investieren – und das, obwohl die Kassen längst nicht mehr prall gefüllt sind. Der Haushaltsplanentwurf, den Stadtkämmerer Norbert Kresse am 11. Dezember in den Rat einbrachte, zeigt: Ein Ausgleich ist nur noch durch den Griff in die Rücklage möglich. „Wir fahren auf Sicht“, warnte Kresse eindringlich.
Fehlbedarf wächst rasant
Auf der Ausgabenseite stehen 371,1 Millionen Euro, auf der Einnahmenseite nur 344,5 Millionen Euro.
Das Loch: 24,4 Millionen Euro, gestopft durch die Rücklage.
Prognose: Die Ausgleichsrücklage von aktuell 113 Millionen Euro ist bis 2029 komplett aufgebraucht.
NRW-Kommunen im Schuldensumpf
Während Minden noch vergleichsweise stabil dasteht, türmen andere Städte in NRW Altschulden von über 1 Milliarde Euro. Insgesamt lag die Verschuldung der Kommunen Ende 2024 bei 55,4 Milliarden Euro – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Investitionen trotz Krise
Trotz der Finanzmisere will Minden kräftig investieren:
Schulen: Besselgymnasium, Grundschule an der Bastau, Förderschule Kuhlenkamp, Erweiterung der Sekundarschule
Sport & Freizeit: Kunstrasenplatz an der Grundschule am Wiehen
Sicherheit: Neubau der Rettungswache Süd, neue Fahrzeuge für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz
Klimaschutz: PV-Anlagen, Maßnahmen zur Klimaanpassung, Umgestaltung des Außengeländes zwischen Museum und „Rotem Gebäude“
Mobilität: Straßenbau, neue Radwege, Fahrradparkhaus am Bahnhof
Wirtschaft: Erschließung neuer Gewerbegebiete
Hoffnung auf Landesmittel
Noch nicht eingerechnet: 36,8 Millionen Euro aus dem NRW-Infrastrukturgesetz. Diese sollen vor allem in Bildung, Klimaschutz und Digitalisierung fließen – sofern das Gesetz überhaupt verabschiedet wird.
Alarmstufe Rot für Kommunen
Die kommunalen Spitzenverbände rechnen bundesweit mit einem Defizit von 30 Milliarden Euro – dem höchsten seit Bestehen der Bundesrepublik. Ursachen:
Stagnierende Gewerbesteuereinnahmen
Mehr soziale Aufgaben und Unterstützung für Familien
Höhere Personalkosten und Sozialtransfers
Steigende Umlagen für Kreis und Landschaftsverband
Mehr Personal, mehr Kosten
Die Stadt Minden beschäftigt aktuell 947 Mitarbeiter und 71 Auszubildende. Für 2026 sind 32,5 neue Stellen geplant – unter anderem für einen Kommunalen Ordnungsdienst, den Rettungsdienst und die Verkehrsüberwachung. Das bedeutet: 2,1 Millionen Euro mehr Personalkosten.
Wie geht’s weiter?
22. Januar 2026: Haupt- und Finanzausschuss berät.
12. Februar 2026: Rat soll Haushalt, Haushaltssicherungskonzept und Stellenplan beschließen.
