Wasser-Drama eskaliert! Ab Mittwoch greift das knallharte Verbrauchs‑Verbot

Bad Oeynhausen. Die Trinkwasserkatastrophe im Verbandsgebiet des WBV „Am Wiehen“ spitzt sich dramatisch zu – und jetzt ziehen die Bürgermeister der vier Kommunen die Notbremse. Ab Mittwoch, 24.06.2026, gilt eine ordnungsbehördliche Verordnung, die nicht notwendige Trinkwassernutzungen verbietet. Ein Schritt, der die Region erschüttert – aber offenbar unausweichlich war.

Es herrscht Alarmstufe Dunkelrot: Die Trinkwasserampel springt offiziell in den „Ausnahmezustand“. Was nach bürokratischer Wortwahl klingt, bedeutet in Wahrheit eine Situation, wie sie die Region noch nie erlebt hat. Die Bürgermeister Michael Kasche, Lars Bökenkröger, Christian Antl und Andreas Waßmann beschlossen in einer Krisensitzung am 22. Juni, dass es so nicht weitergehen kann. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – und sie sind erschreckend.

Trotz der bereits seit dem 19.06.2026 geltenden Rotphase rauschten die Verbräuche weiter durch die Decke: 20 Millionen Liter am 18. Juni, über 20,2 Millionen Liter am 19. Juni und am Sonntag noch knapp 19,9 Millionen Liter. Die Menschen drehten den Hahn einfach weiter auf. Die Folge: Die Hochbehälter leeren sich schneller, als sie gefüllt werden können. Der kritische Pegel von 1,50 Metern im zentralen Hochbehälter rückt gefährlich nahe. Wird er unterschritten, drohen massive Schäden im gesamten Versorgungssystem – ein Horrorszenario, das niemand riskieren will.

Dabei hat der WBV „Am Wiehen“ längst alles versucht, um die Lage zu stabilisieren. Zulieferer pumpen, was das System hergibt, zusätzliche Partner liefern täglich über 650.000 Liter extra, die eigenen Brunnen laufen am Limit. Doch einige langjährige Partner können derzeit nicht die volle Menge liefern, und neue Quellen? Fehlanzeige. „Auf unserer Beschaffungsseite sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft“, warnt Verbandsvorsteher Michael Kasche. Seine Worte klingen wie ein Weckruf – oder wie das Eingeständnis, dass die Region am Rand eines echten Versorgungsnotstands steht.

Jetzt also die Verordnung. Ein drastischer Schritt, den die Bürgermeister nicht leichtfertig gehen, wie sie betonen. Aber die Realität lässt ihnen keine Wahl. Ab Mittwoch ist Schluss mit Wasserverschwendung: Autowaschen, Terrassen abspritzen, Pools befüllen, Gartenbewässerung – alles verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld. Die Ordnungsämter werden kontrollieren. Trinken, Kochen und Hygiene bleiben selbstverständlich erlaubt, doch der Appell ist klar: Jeder Liter zählt.

Auch andere Versorger in Ostwestfalen-Lippe haben längst ihre Warnsysteme aktiviert, doch die Kommunen des WBV „Am Wiehen“ gehen nun einen Schritt weiter. Wie lange der Ausnahmezustand dauern wird, weiß niemand. Die Lage bleibt angespannt, nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen dauerhaft geringerer Liefermengen einzelner Zulieferer. Es könnte also ein langer Sommer werden – vielleicht sogar mehr.

Die Bürger sollen die Trinkwasser-Ampel im Blick behalten, etwa über die Kanäle des WBV „Am Wiehen“ oder der Stadtwerke Bad Oeynhausen und Löhne. Denn eines ist klar: Die Lage wird täglich neu bewertet, und jede Entscheidung kann über die Versorgungssicherheit von Tausenden entscheiden.

Der WBV „Am Wiehen“, seit 1961 Garant für die Wasserversorgung in Bad Oeynhausen, Hüllhorst, Löhne und Teilen von Hille, steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Geschichte. Und die Region gleich mit.

 

Das Bild zeigt von links nach rechts: Susanne Brants, Technische Betriebsführung WBV „Am Wiehen“, Christian Antl (Bürgermeister Löhne), Lars Bökenkröger (Bürgermeister Bad Oeynhausen), Andreas Waßmann (Bürgermeister Hille).


Foto: Sophia Schäfer, Stadt Löhne

 

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