Pflegerat kritisiert Warkens Reformpläne

 Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Pflegerat hat die Pflegereformpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken als reines Sparprogramm zulasten von Pflegebedürftigen und Angehörigen kritisiert.

Im Mittelpunkt stehe nicht die Sicherung der pflegerischen Versorgung, sondern die kurzfristige Konsolidierung der Pflegeversicherung, sagte die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Die geplanten Einsparungen würden vor allem auf Pflegebedürftige, Angehörige und die professionell Pflegenden verlagert.

„Leistungen werden eingeschränkt, Zuschüsse später wirksam, Zugänge neu gesteuert und Ansprüche reduziert“, so Vogler. Der Pflegebedarf verschwinde dadurch aber nicht. Er werde lediglich aus der Pflegeversicherung heraus und in die Familien, Kommunen und andere Bereiche des Gesundheitswesens verschoben, kritisierte sie.

Als besonders problematisch bezeichnete der Pflegerat die geplante Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige. Seit Jahren werde die unverzichtbare Leistung von Millionen pflegender Angehöriger politisch beschworen, sagte die Präsidentin. Nun sollten ausgerechnet diejenigen schlechter gestellt werden, die bereits heute den größten Teil der Versorgung in Deutschland tragen. Wer die häusliche Pflege stärken wolle, dürfe ihre tragenden Säulen nicht finanziell schwächen.

Foto: Pflegekräfte (Archiv) (via dts Nachrichtenagentur)

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