Rot-Alarm im Sommer der Rekorde: Bad Oeynhausen kämpft um jeden Liter!
Bad Oeynhausen erlebt einen Sommer, der in die Geschichte der Region eingehen dürfte – und zwar nicht wegen Rekordtemperaturen, sondern wegen einer Trinkwasserlage, die sich immer weiter zuspitzt. Auch nach dem Ende der ordnungsbehördlichen Verordnung am 24. Juli bleibt die Situation im gesamten Verbandsgebiet des WBV „Am Wiehen“ dramatisch angespannt. Die Trinkwasser-Ampel steht weiterhin auf Rot – ein Signal, das deutlicher kaum sein könnte.
Zwar zeigt der „Ferieneffekt“ Wirkung: Seit dem 19. Juli wurden keine Tagesverbräuche über 18 Millionen Liter mehr gemessen. Viele Menschen sind verreist, die Hitze hat kurzzeitig nachgelassen, und die Leitungen bekommen eine minimale Verschnaufpause. Doch diese Ruhe ist trügerisch. Am 30. Juli, dem ersten heißen Ferientag, schoss der Verbrauch sofort wieder auf 17,3 Millionen Liter hoch – über dem Zielkorridor von 16 bis 17 Millionen Litern. Am 3. August lag der Wert sogar bei 17,8 Millionen Litern. Und selbst der niedrigste Ferienverbrauch von 15,4 Millionen Litern am 26. Juli zeigt: Die Region bleibt durstig, viel zu durstig für die knappen Reserven.
Die Verantwortlichen sprechen offen von einem „verbrauchsstärksten Sommer seit Jahren“. Die insgesamt verfügbare Jahresmenge ist knapp, die Wasserbeschaffung ein täglicher Kraftakt. Die Hitzeperiode im Juni hat die Vorräte stark belastet, und die Versorgungspartner mussten bereits über ihre vertraglichen Mengen hinaus liefern. Das System läuft seit Wochen unter Hochdruck – und jeder weitere heiße Tag könnte die Lage erneut kippen.
Besonders brisant: Die Aufhebung der Verordnung bedeutet nicht, dass die Gefahr vorbei ist. Sie bedeutet lediglich, dass die Verantwortung nun wieder bei den Bürgerinnen und Bürgern liegt. Pools, Rasensprenger, Dauerbewässerung – all das mag nach Sommer aussehen, ist aber in diesem Jahr ein Risiko für die gesamte Region. Die Ampel bleibt rot, weil die Versorgung jederzeit wieder an ihre Grenzen stoßen kann.
Die Menschen in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne stehen damit vor einem Sommer, der zeigt, wie verletzlich die Trinkwasserversorgung geworden ist. Klimawandel, Trockenheit, steigender Verbrauch – all das trifft hier besonders hart. Und die Frage, die über allem steht, lautet: Wie lange hält das System noch durch?
